DER ZWEITE GEDANKE

Fotoprojekt über Wahlfähigkeit im politischen Gespräch

Oder: Wie fotografiert man eigentlich Demokratie?

 

Die Krise der Demokratie ist eine Krise unseres inneren Zustands.

Demokratie scheitert selten an Meinungen.

Sie scheitert daran, dass Menschen aufhören, innezuhalten.

Mein Fotoprojekt untersucht genau diesen Moment.

Den Moment zwischen Reflex und Abwägung.

Den Moment, in dem aus einem ersten Impuls vielleicht ein zweiter Gedanke wird.

Wahlfähigkeit bedeutet: im Moment der Spannung nicht sofort zu reagieren, sondern bewusst zu entscheiden.

 

In einer Zeit, in der politische Kommunikation oft nur noch aus schnellen Reaktionen besteht, wird genau das radikal:

Wahlfähigkeit.

Oder zugespitzt:

Wahlfähigkeit ist heute radikaler als jede politische Meinung.

 

Worum es im Projekt geht

Politische Gespräche kippen heute oft erstaunlich schnell.

Ein Satz fällt. Jemand widerspricht. Und wenige Minuten später sprechen Menschen nicht mehr miteinander, sondern übereinander.

Mich interessiert der Moment davor.

Der Moment, in dem ein Mensch innehält.

Der Moment zwischen Reflex und Entscheidung.

Ich nenne diesen Moment Wahlfähigkeit.

Warum ich dieses Projekt gestartet habe

In den vergangenen Jahren habe ich viele politische Gespräche geführt – in sehr unterschiedlichen Kontexten und mit sehr unterschiedlichen Menschen.

Dabei hat mich zunehmend weniger interessiert, wer recht hat.

Mich interessiert, was im Menschen geschieht, wenn Gesprächsspannung entsteht.

Wann verengt sich ein Gespräch? Wann kippt es in Alarm oder Abwehr? Und wann gelingt es, wieder in einen Zustand von Abwägung und Offenheit zu kommen?

Ich bin überzeugt: Demokratie entscheidet sich nicht nur in Institutionen. Sie entscheidet sich auch im inneren Zustand der Beteiligten.

Der Ablauf

Ich lade Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner zu einem 60–90-minütigen, strukturierten Dialog ein. Die Gespräche finden zunächst in Düsseldorf statt.

Das Gespräch ist:

  • vertraulich

  • respektvoll

  • nicht öffentlich

  • ohne Schlagabtausch

Ich diskutiere nicht gegen Sie.
Ich bin neugierig und halte den Raum. Ich stelle nur Fragen.

Parallel entsteht Ihr fotografisches Porträt – ruhig, konzentriert, nah.
Die Photo-Kamera ist wesentlicher Teil des Dialogs. 

Es geht nicht um Inszenierung.
Es geht um Präsenz, Ihre Präsenz.

Gesprächsstruktur

Es geht nicht um Wissensabfrage oder argumentatives Überzeugen, sondern um Ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Spannung, Unterschiedlichkeit und Entscheidungsdruck im gesellschaftlichen und politischen Raum.

Sie müssen sich nicht vorbereiten.

Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten.

Im Mittelpunkt steht nicht Ihre politische Position, sondern der Moment, in dem sich innere Reaktionen zeigen – und sich möglicherweise verändern.

Wer teilnehmen mag

Das Projekt richtet sich an Bürgerinnen und Bürger – unabhängig von Parteipräferenzen.

Entscheidend ist nicht eine bestimmte Position oder Funktion, sondern die Bereitschaft zu einem  ernsthaften vertraulichen Gespräch. Ihr Temperament dürfen Sie dabei gerne zeigen. 

Mandatsträger und Parteifunktionäre stehen dabei nicht im Mittelpunkt.

Veröffentlichung

Ausgewählte Porträts und Gesprächsauszüge werden sorgsam ausgewählt und kuratiert veröffentlicht (Ausstellung, Publikation, Diskursformate).

Veröffentlichungen erfolgen ausschließlich nach Ihrer persönlichen expliziten Zustimmung. 

Sie behalten die Kontrolle über Ihre Darstellung.

Einladung

Wenn Sie Interesse daran haben, wie unsere Debattenkultur tragfähig bleiben kann, und wenn Sie bereit sind, sich in einem geschützten Rahmen auf ein solches Foto-Gespräch einzulassen, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme über
                                                                                                              mark@schenk-net.de 
Wahlfähigkeit beginnt im Gespräch.
 
 

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